Wenn draußen die Temperaturen steigen, freut sich nicht nur der Mensch über den Sommer – auch dein Honig verändert sich. Doch während Wärme für uns angenehm ist, gehört sie zu den größten Risiken für die Qualität von Honig.
In diesem Beitrag erfährst du, wie du Honig bei heißen Temperaturen optimal lagerst, damit Geschmack, Konsistenz und wertvolle Inhaltsstoffe erhalten bleiben.
Warum Hitze für Honig problematisch ist
Honig ist ein echtes Naturprodukt – reich an Enzymen, Aromen und wertvollen Inhaltsstoffen. Genau diese reagieren jedoch empfindlich auf hohe Temperaturen. Bereits ab etwa 25 °C beginnen wichtige Enzyme abzubauen . Ab rund 40 °C werden sie sogar dauerhaft zerstört
Die Folgen:
- Verlust von Aroma und Geschmack
- Abnahme der Qualität
- Anstieg des HMF-Wertes (Indikator für Wärmeschäden)
- Verkürzte Haltbarkeit
Kurz gesagt: Zu viel Hitze macht aus hochwertigem Honig ein deutlich „einfacheres“ Produkt.
Die ideale Lagertemperatur – auch im Sommer
Die optimale Temperatur für Honig liegt bei:
➡️ 10–18 °C (ideal)
➡️ maximal unter 25 °C (noch akzeptabel)
Das bedeutet im Sommer ganz konkret:
- Kein Fensterbrett
- Kein Küchenschrank neben Herd oder Backofen
- Kein unklimatisiertes Auto (bedenkt dies auch auf Eurem Heimweg nach dem Honigkauf)
- Kein Balkon oder Terrasse
Der beste Ort ist ein kühler, dunkler Raum – z. B. Keller oder Speisekammer.
Die 4 größten Sommer-Fehler bei der Honiglagerung
Gerade bei Hitze passieren immer wieder die gleichen Fehler:
- Lagerung in der Sonne (Direkte Sonneneinstrahlung schädigt Enzyme und verändert Farbe und Geschmack.)
- Zu warme Räume (Wohnräume über 25 °C sind im Sommer häufig – für Honig jedoch kritisch)
- Offene Gläser (Honig zieht Feuchtigkeit aus der Luft, ist hygroskopisch und kann im schlimmsten Fall zu Gärung führen)
- Nähe zu Gerüchen (Honig nimmt Fremdgerüche auf – z. B. von Gewürzen, Zwiebeln oder Kaffee)
Gehört Honig im Sommer in den Kühlschrank?
Die klare Antwort: Jein – meistens nicht. Warum? Der Kühlschrank (4–8 °C) kann einerseits die Kristallisation von Honig beschleunigen. Andererseits wird selbst qualitativ hochwertiger Honig mit einem Wassergehalt von 16% bei 25 Grad Raumtemperatur relativ flüssig und gerade am stressigen Werktagen freut man sich, wenn das Honigbrot nicht kleckert. Als Imker überwiegen für mich allerdings die Vorteile und daher lagere ich den Honig während Hitzeperioden auch selbst im Kühlschrank.
So lagerst du Honig bei Hitze richtig
Hier die wichtigsten Praxis-Tipps auf einen Blick:
✅ Kühl (idealerweise Keller oder Vorratsraum)
✅ Dunkel (Schrank oder Karton)
✅ Luftdicht verschlossen
✅ In Glasbehältern
✅ Möglichst konstante Temperaturen
Tipp vom Imker:
Temperaturschwankungen vermeiden – ein konstanter Ort ist wichtiger als „perfekt kühl“.
Was passiert, wenn Honig zu warm wurde?
Falls dein Honig mal zu warm stand – keine Panik: Er wird nicht sofort schlecht, aber: Qualität und Inhaltsstoffe können gelitten haben und der
Geschmack kann sich verändern. Honig bleibt auch in diesem Fall ein sicheres Lebensmittel – verliert aber durch Hitze seinen Premium-Charakter.
Fazit: Honig liebt es kühl, dunkel und konstant
Gerade im Sommer entscheidet die Lagerung darüber, ob Honig seine Qualität behält. Daher werdet Ihr euch beispielsweise auch schon gewundert haben, dass unsere Honigbox während der Sommermonate nicht an Ihrem angestammten Platz steht, sondern gut beschirmt neben der Garage auf Kunden wartet. Nur dadurch können wir sicherstellen, dass Ihr ein einwandfreies Produkt von uns kauft.
Die einfache Regel lautet:
Behandle Honig wie ein empfindliches Naturprodukt – nicht wie Zucker.
Denn jeder Löffel Honig ist das Ergebnis tausender Bienenflüge – und verdient die richtige Lagerung.

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