Wann kommt die asiatische Hornisse (Vespa velutina) nach Passau?

Im Gegensatz zur einheimischen Hornisse jagt die Asiatische Hornisse gezielt Honigbienen, vor allem im Spätsommer und Herbst. Typisch ist das sogenannte „Hawking“: Die Hornisse schwebt vor dem Flugloch und fängt heimkehrende Sammlerinnen. Das führt zu Stress im Bienenvolk, die Sammelleistung sinkt, weniger Pollen und Nektar gelangen in den Stock. Im Extremfall stellen die Sammlerinnen durch diese permanente Bedrohung den Sammelflug komplett ein, bleiben im Stock und verbrauchen Vorräte, ohne neue Nahrung einzutragen. Imker in den bereits betroffenen Gebieten berichten von zahlreichen Völkerverlusten. Ein sehr bestürzendes Video wie sowas aussehen kann, gibt es von einem Imkerkollegen auf Facebook hier

 

 

Seit Mai 2025 gilt die Asiatische Hornisse offiziell als „weit verbreitet“ in Deutschland. Sie wird nicht mehr als „Früherkennungsart“ behandelt, sondern unterliegt einem Managementansatz gemäß EU-Verordnung 1143/2014. Eine vollständige Ausrottung ist nicht mehr realistisch; stattdessen geht es um Kontrolle und Risikominimierung. Diese neue Einstufung hat allerdings Auswirkungen bei der Übernahme der Kosten für die Beseitigung der Hornissennester.

 

Derzeit sind besonders West- und Südwestdeutschland von der asiatischen Hornisse stark betroffen: In Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Saarland gilt Sie als etabliert. Die Art breitet sich weiter nach Nord- und Ostdeutschland aus: 2024/2025 wurden erste Nachweise in Brandenburg gemeldet. In Bayern gibt es bisher sehr wenig Meldungen. Die Hornisse breitet sich mit etwa 80 km pro Jahr aus. Zusätzlich kommt es zu Verschleppungen durch Waren- und Reiseverkehr. Der Klimawandel (mildere Winter, warme Sommer) begünstigt die Etablierung. Stand 2025 kam es noch zu keinen Sichtungen im Kreis Passau. Dies ist allerdings keine Frage mehr ob, sondern vielmehr wann auch heimische Bienen von der asiatischen Hornisse bedroht werden.

Das wichtigste Element bei der Bekämpfung der invasiven Art ist die Früherkennung und Meldung: Sichtungen sollten umgehend an die zuständigen Stellen gemeldet werden (z. B. über Plattformen wie asiatischehornisse.de oder regionale Meldeportale dazu weiter unten mehr). Dies ist entscheidend für ein koordiniertes Vorgehen. Aber bitte unternehmen Sie keine Eigenmaßnahmen: Eigenständige Nestentfernung ist gefährlich und rechtlich problematisch, da Verwechslungen mit geschützten Arten wie der Europäischen Hornisse möglich sind. Die Nestentfernung und Vernichtung durch Experten  gilt insgesamt als wirksamste Methode um Bienen und weitere Insekten zu schützen.  Eine gute Möglichkeit der Bekämpfung und der Erkennung der Ausbreitung sind Fallen.  Es gibt mittlerweile Fallen im Handel und DIY-Fallen (z. B. aus Plastikflaschen). Sie können eingesetzt werden, um Königinnen im Frühjahr und Arbeiterinnen im Sommer zu fangen. Als Köder in den Fallen dienen je nach Jahreszeit fermentierte Flüssigkeiten oder spezielle Lockstoffe. Die Wahl des Köders hängt von Jahreszeit und Ziel (Königinnen vs. Arbeiterinnen) ab. Weitere Innovative Ansätze sind elektrische Harfen und „Maulkörbe“ vor Bienenstöcken. Diese werden in Forschungsprojekten getestet. Harfen töten Hornissen durch Stromschlag, Maulkörbe verhindern den direkten Angriff am Flugloch. Der Einsatz von Harfen ist in Deutschland allerdings nicht erlaubt. In Bayern können Sichtungen der Spezies über folgende Plattform gemeldet werden: BeeWarned Bayern Hier können Sie Einzelsichtungen, Nestfunde oder Verdachtsfälle melden. Die Meldung wird geprüft, bei Bestätigung auf einer Karte vermerkt und an regionale Imkervereine sowie qualifizierte Nestentferner weitergeleitet. Helfen Sie also mit bei der Bekämpfung dieser aggressiven und invasiven Art

Wichtig: Bitte nicht direkt an Landratsämter oder Behörden melden, sondern ausschließlich über das Portal, damit die Meldung korrekt bearbeitet wird.

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  • Ansprechpartner für lokale Medien zu allen Themen rund um die Honigbiene
  • Erfahrung aus 70 Jahren Bienenhaltung
  • Als engagierte Imker helfen wir unseren Mitbürgern im Falle von Bienenschwärmen